February 16, 2005

Chinesische Zensurmethoden an der TU Ilmenau?

posted by Tino at 1:03 am and filed under Das Jetzt, Uni

So eben erfahre ich vom Kollegen Kirstenpfad, dass unsere Technische Universität Ilmenau Zensur walten läßt:

"auf dem campus der tu ilmenau herrscht die in
deutschland verfassungsmäßig garantierte freiheit der meinung und des
wortes. wir sind sehr stolz auf diese errungenschaft der demokratie und
dulden deshalb keine aktivitäten der intoleranz oder der beschränkung
der rede- und meinungsfreiheit an unserer universität. (…) den
vorfall nehme ich außerdem zum anlass, im netz der universität alle
websites, die nicht in deutscher oder englischer sprache verfasst sind,
ab sofort zu verbieten."

und weiter:

"Aus diesem Grund habe ich veranlasst, dass die
verantwortlichen Administratoren des Forums sowie die Autoren der
Beiträge ausfindig gemacht werden. Ich werde den Betroffenen eine
Verwarnung aussprechen, die bei einem erneuten derartigen Verstoß gegen
die Grundordnung und das Leitbild der TU Ilmenau entsprechend § 71
Absatz 1 Satz 2 ThürHG zum Widerruf der Immatrikulation an der TU
Ilmenau führt."

Liest man den gesamten offenen Brief unseres Rektors
zu dieser Stellungnahme, wird annährend klar, um was es eigentlich
geht. In einem chinesischen Forum wurde ein chinesisches Mädchen
bedroht. Wieso und weshalb wird nicht so richtig deutlich - jedoch
bleibt die Vermutung, dass das Ganze einen politischen Hintergrund hat.
Sind die Eltern dieses Mädchen etwa nicht in DER Partei? Hat sie es
gewagt, sich kritisch über die Politik ihres Landes zu äußern? Dem muss
Einhalt geboten werden, wir sind hier nicht in China! In Deutschland
hat jeder das Recht seine Meinung frei zu äußern (Art. 5 GG) und dieses
Menschenrecht muss gewahrt bleiben.

Aber was
ist das? Alle nicht deutsch- oder englischprachigen Seiten an der TU
Ilmenau werden abgeschaltet? Ist das nicht eben ein Widerspruch? Heißt
es etwa ich darf meine Meinung nur in deutsch und englisch äußern? Die
Überlegungen sind klar, man verbietet die Seiten, weil man sie nicht
überprüfen kann - weil keiner die Sprache versteht. Jedoch ist das in
meine Augen der gänzlich falsche Weg! Hier versucht man die Pest mit
Cholera zu besiegen! Foren und Websiten zu verbieten, die nicht die
Sprache der Hochschulleitung sprechen, sind alles andere als
verfassungskonform!

Ich bitte um Eure Kommentare und Stellungnahmen!

Oder direkt wenden an:


Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter Scharff

Ehrenbergstraße 29 (Ernst-Abbe-Zentrum), Zi. 3322
Tel. 03677 69-5001, Fax 03677 69-5009
E-mail: rektor@tu-ilmenau.de

Persönliche Referentin des Rektors

Dr. Margot Bock
Ehrenbergstraße 29 (Ernst-Abbe-Zentrum), Zi. 3320
Tel.: 03677 69-5002, Fax: 03677 69-5009
E-Mail: ref-rektor@tu-ilmenau.de



Quellen:
Der Brief des Rektors
www.tu-ilmenau.de
www.schrankmonster.de
 

February 14, 2005

Mutterschutz.

posted by Tino at 1:05 pm and filed under Das Jetzt, Uni, Frauen

Nach der Zivilrecht II steht die nächste Prüfung an: Arbeitsrecht. Dazu lese ich das Buch "Grundkurs Arbeitsrecht" von Abbo Junker. Folgende Passage zum Thema außerordentliche Kündigung auf Seite 225 wollte ich Euch nicht vorenthalten:

"Der Mutterschutz gemäß §9 Abs.1 Satz 1 MuSchG verbietet die ordentliche und außerordentliche Kündigung gleichermaßen; der besondere Kündigungsschutz greift auch ein, wenn die Schwangere kraß gegen ihre Pflichten als Arbeitnehmerin verstoßen hat (Beispiel: Eine schwangere Blumenverkäuferin geht mit einem Beil auf eine 12-jährigen Arbeitsjungen los und ruft dabei "Jetzt spalte ich Dir den Kopf")."

Heißt im Klartext, gegen die Hormonschwankungen einer Frau kann nicht mal das Gesetz etwas ausrichten.


Arbeitsrecht

February 10, 2005

Nach der Klausur …

posted by Sebastian at 12:43 pm and filed under Das Jetzt, Uni

Der Professor wird anscheinend langsam alt und will noch ein paar gute Taten auf seinem Konto bunkern, damit er nicht in die Hölle kommt. Mit anderen Worten: die Klausur war in Ordnung.
Auf die Frage: “Warum war die denn so fair?”, die ich dem Assistenten direkt danach im Rausgehen stellte, hatte er auch nur die Antwort: “Ja, dafür korrigieren wir dann halt strenger …”.
Wieder einmal der Beweis, dass die Jungs aus dem Zivilrechtsinstitut ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, was Drohungen angeht, denn “strenger” als sonst können sie nicht korrigieren. Das einzige, was ihnen vielleicht noch einfallen könnte, wäre Punktabzug wegen Nichteinhaltung der Kleiderordnung.

Aber man will ja nicht undankbar erscheinen, daher:

Vielen Dank an das Institut Zivilrecht!

…bis auf weiteres jedenfalls.

Vor der Klausur …

posted by Sebastian at 9:30 am and filed under Das Jetzt, Uni

Sebastian (10:26:36 Uhr): ach fuck this
Sebastian (10:26:38 Uhr): ich bin fit
Tino (10:26:54 Uhr): icke och
Tino (10:27:01 Uhr): 35 punkte sind drin
Tino (10:27:03 Uhr): haha

February 9, 2005

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

posted by Sebastian at 5:30 pm and filed under Uni

Neulich vor der Zivilrecht II Klausur:

Carsten (18:21:55 Uhr): wenn ein tunesischer rattenfänger, nennen wir ihn klaus, die ratten nicht fängt, sondern mehr oder weniger verkauft, ist die ratte dann noch im gefahrenbereich des fängers?
Sebastian (18:22:23 Uhr): kommt auf die ratte an
Sebastian (18:22:29 Uhr): wie gross ist die?
Carsten (18:22:33 Uhr): ziemlich
Sebastian (18:22:34 Uhr): und wo endet der gefahrenbereich
Carsten (18:22:44 Uhr): na am ende der fahnenstange
Sebastian (18:22:55 Uhr): ist schon aller tage abend?
Carsten (18:23:07 Uhr): nee, aber wer wagt, gewinnt
Sebastian (18:23:27 Uhr): vielleicht kann er ne rattensicherungsübereignung machen?
Sebastian (18:23:42 Uhr): mit bürgschaft für das wagnis
Carsten (18:23:45 Uhr): mit wem denn, wenn die gefahr nur geht so gefährlich ist?
Sebastian (18:24:30 Uhr): is der weihnachtsmann noch da?
Carsten (18:24:59 Uhr): nee, aber bei mcdo gibts jetzt den selbstschuldnerischen bürger
Sebastian (18:25:30 Uhr): mit forderungsverpfändung für die fritten?
Sebastian (18:25:36 Uhr): wenn ja, dann mach ich das nich
Carsten (18:25:48 Uhr): jetzt ist die ratte weg, das problem hat sich sozusagen von selbst gelöst und ist somit als nichtig anzusehen
Carsten (18:26:27 Uhr): oh mein taxi ist da
Carsten (18:26:33 Uhr): au revoir
Sebastian (18:26:41 Uhr): hasta luego

February 6, 2005

lessons (hopefully) learned

posted by Sebastian at 11:14 pm and filed under Das Jetzt, Uni

Wenn du neben einer Prostituierten wohnst und dein eigentlich recht netter Nachbar, Mathematiker und Verschwörungstheoretiker dir vorschlägt, ihre nächtliche Ruhestörung mit Konterruhestörung am Tag zu bekämpfen - tu dies nicht. Sag stattdessen deiner Vermieterin frühzeitig bescheid und zieh derweil bei Freunden ein so lange bis ihr (der Prostituierten) fristlos gekündigt wurde und sie ausgezogen ist. 
Vielleicht dauert das ja nur fünf Tage.

Anmerkung: Vielen Dank nochmal an Manuel&Katja, Carsten und David! Ihr habt mir den Arsch (und vor allem den nächtlichen Schlaf) gerettet!

Wenn du ein nettes Gespräch mit einer Erstsemestlerin über kulinarische Köstlichkeiten aus Italien und Griechenland per ICQ führst, frag sie vorher ob sie in der nächsten Woche vielleicht vier Klausuren schreiben muss, welche ihr das Prüfungsamt auf jeweils aufeinanderfolgende Tage gelegt hat.
Vielleicht hätte sie die Zeit für wichtigere Sachen nutzen können und war nur zu höflich es dir zu sagen.

Wenn dir jemand sein Weltbild erklärt und meint, deines müsste genauso aussehen damit du Punkte in einer bestimmten Klausur erhältst, reiss dich zusammen und lächle. Selbst wenn du der Meinung bist, dass ihr auf mindestens zwei verschiedenen Planeten lebt.
Vielleicht arbeitet er für das Fachgebiet, in welchem du die Klausur schreibst.

Die Kreativität und die deutsche Unilandschaft

posted by Elmar at 6:45 pm and filed under Uni

Allgemeinhin bezeichnen wir Kreativität als das Schaffen von etwas Neuem. Meiner Meinung nach ist das Lernen von Kreativität eine der wichtigsten, schwierigsten Kompetenzen, die im Studium vermittelt werden soll, obwohl sie am wenigsten Beachtung findet. Viel zu häufig hat man das Gefühl, daß dem, was einem vermittelt wird irgendwie der Relevanz oder Tiefe fehlt. Und leider erst oft sehr spät im Hauptstudium endeckt man dann den Funken der Leidenschaft, wenn man sich angeregt mit einem Dozenten über ein Thema unterhält und auf einmal die Augen der Person zu leuchten beginnen und man sich fragt: „Warum hat der jetzt eigentlich so einen Spaß?“ Und man fängt an sich das Thema genauer anzusehen, mit einem tiefen Blick, der Begeisterungsanregung sucht, neue Ideen und Gedanken und Bilder. Und wenn man dann mit einem riesigen Haufen von Fragen zu diesem Dozenten zurückkommt und Hilfe zum Aufräumen dieses Berges erhält dann ist das symbiotische Lehrer-Schülerverhältnis endlich erreicht: Einer der geben kann und will und einer der es mit offenen Armen auffängt.

Jeder hat seinen Platz und kann darin wachsen.

 

Aber zurück zu dem Prozess des Schaffens neuer Sinngebilde.

Der kreative Prozess muß dem Kreativen also Gedanken und Bilder erschaffen, die er vorher so nicht kannte.Aber wie können Gedanken und Bilder in uns sein, wenn wir sie vorher nicht erlebt haben?

 

Die einzige Möglichkeit besteht darin, daß wir etwas bereits Erlebtes verarbeitet, Schlussfolgerungen gezogen oder allein das Unterbewußtsein für uns haben arbeiten lassen: Wer ein Quadrat und ein Dreick kennt, könnte sich das Haus vom Nikolaus erfinden. Ein Musiker, der in mehreren Sparten seine Heimat hat, könnte auf die Idee kommen die einzelnen Stile zu mischen und eine neue Niesche zu kreieren. Oder die Erfindung des Rades, nachdem jemand auf die Idee gekommen ist, eine rollende Kugel in scheiben zu schneiden.

Es scheint, als ob Erlebtes und die Eindrücklichkeit des Erlebten nicht geringen Einfluß darauf haben, ob ein neuer Gedanke daraus geboren wird oder nicht. Wer in gewissen Kategorien denkt, wird innerhalb dieser  je heimischer er diesem Denken ist, desto schneller neue Bilder und Gedanken erzeugen. Aber ist es allein das Erzeugen von neuen Bildern und Gedanken nach dem immer selben Schema? Nein, denn dem haftet viel zu sehr der fade Beigeschmack der Gewohnheit an, den wir an etwas Kreativem nicht finden wollen. Es muß etwas besonderes, nicht zu erwartendes geschehen sein, eine qualitativ neue Aktion, die der Kreative vorher nicht geleistet hat. Nach meinem Empfinden ist Kreativität nicht nur das Schaffen von neuen Inhalten, sondern auch eine Veränderung in der Art der Inhalte.

Und es ist genau das „über sich hinauswachsen“ das man durch das Überschreiten seiner alten Grenzen schafft.

 

Wer diesen Weg alleine beschreitet ohne jemanden, der ihm Richtung und inspirierende Ideen gibt, kann niemals so schnell zu einem Meister seines Fachs werden, wie jemand, dem eben sojemand bereitsteht.

 

Und sollte nicht das genau die Aufgabe der Professoren wissenschaftlichen Mitarbeiter im Bereich der Lehrtätigkeit sein? Ist die Vermittelung von Motivation, Kompetenz und Menschenbildung nicht wichtiger als die Diskussion über die Einführung der Konkurrenz in der Universitätenlandschaft. Es wird wahrscheinlich einfach nur zuviel über Struktur gerdet als über Inhalte: Lieber doktorn wir an dem Unisystem herum und machen aus allen Diplom- Bachelor- und Masterstudiengänge.

 

In diesem Sinne „En chanté!“ auf die deutsche Unilandschaft und aufwachende Menschen.


Euer Elmar

February 5, 2005

verstärkung.

posted by Tino at 4:58 pm and filed under Uni, Meta

NY Blog wächst.

Nachdem Sebastian als Mitschreiber den Anfang gemacht habt, konnte ich jetzt auch Elmar, Informatikstudent - auch bekannt unter dem Namen "Faust" und Judith, eine frische Studentin der Medienwirtschaft, als Co-Schreiber verpflichten .. ;-)

Tino

January 31, 2005

Mi Examen De Espanol.

posted by Tino at 2:16 pm and filed under Uni

Todavía he escrito mi examen II de espanol. El examen ha ido muy bien. Soy alegre :))

Und Apple bei fast bei 58,00 Eur … *g

Tino

January 28, 2005

on board.

posted by Tino at 11:11 am and filed under Uni, Meta

Wie Ihr sicher schon bemerkt hat NY Blog seinen ersten Gastschreiber. Sebastian studiert mit mir Medienwirtschaft und berichtet in seinem ersten ersten Artikel übder die Wirren und Wege an Thema für eine Hauptseminararbeit zu kommen. Wir müssen in unserem Studium insgesamt zwei solcher Mini-Diplomarbeiten schreiben. Mal sehen, wie das bei mir ablaufen wird .. möchte in Unternehmensführung und Medienrecht schreiben …

Tino

January 27, 2005

Einschreibung mit Hinternissen

posted by Sebastian at 11:58 pm and filed under Uni

Zum erfolgreichen Abschluss meines Studiums (Medienwirtschaft) muss ich an zwei Hauptseminaren teilnehmen. Dies ist die Geschichte der Einschreibung für eins davon.

Dienstag, 25. Januar 2005

15:45 Uhr
Ich verlasse eine Rechnungswesenvorlesung vorzeitig, um 16:00 Uhr im Ernst-Abbe-Zentrum Raum 2211 zu sein. Es geht um die Einschreibung für Hauptseminare in Europäischem Wirtschaftsrecht und Patentrecht.

15:57 Uhr
Nachdem ich mich durch Schnee und Eis gekämpft habe, komme ich tatsächlich noch rechtzeitig. Fast. Der Raum ist voll. Ganz hinten ist noch ein Platz frei, auf den mich eine Kommilitonin freundlicherweise hinweist. Ich habe zwar keinen Tisch aber wenigstens kann ich sitzen.

15:59 Uhr
Mehr Studenten treffen ein. Der Großteil der Anwesenden sind Medienwirtschaftler meines Jahrgangs. Der Rest sind ein paar Wirtschaftsingenieure. Noch mehr Studenten kommen. Längst sind auch die Fensterbänke besetzt und weitere Leute drängen sich in den Raum.

16:00 Uhr
Der Assistent des Professors kommt rein und ist sichtlich überrascht. Er hatte nicht mit so vielen Leuten gerechnet. Er erwähnt, dass der Besuch der Vorlesung Europäisches Wirtschaftsrecht (EWR) Voraussetzung für eine Einschreibung ist.
Der erste geht.
Ein Kommilitone meldet sich und fragt, ob dies auch für die Seminare in Patentrecht gilt. Der Assistent verneint und versucht den eben anscheinend deswegen gegangenen Studenten wieder zurückzurufen.

Kurz nach ihm erscheint der Professor. Auch er ist überrascht. Dass zwei von fünf Fachgebieten in unserem Studiengang geschlossen wurden und daher die Studenten verzweifelt nach anderen Möglichkeiten suchen um ihre Pflichtveranstaltungen abzuleisten, scheinen sie noch nicht zu wissen.

16:04 Uhr
Der Professor versucht die Stimmung aufzulockern, indem er sich darüber mokiert, dass einige Studenten dieser Uni ihr Studium in besonders kurzer Zeit abschliessen. Er verurteilt mehr oder minder ernsthaft die Studenten, die Arbeitsrecht und Zivilrecht 2 in einem Semester hinter sich bringen anstatt in zwei.
Keiner traut sich ihm zu sagen, dass im Raum wohl kaum einer in der Regelstudienzeit fertig wird und die Leute, die in beiden Vorlesungen gleichzeitg sitzen dies nur tun weil sie die Prüfung in früheren Semstern aus Zeitgründen nicht schreiben konnten.
Der Professor moniert, dass Studenten anscheinend mal eben über zehn Prüfungen in einem Semester schreiben, anstatt sich ordentlich in den Stoff einzuarbeiten und sich dafür Zeit zu nehmen.
Dass in unserer Studienordnung zum Beispiel für das dritte oder vierte Semester mindestens 12 Prüfungen Pflicht sind, traut sich ebenfalls keiner klarzustellen.

16:10 Uhr
Es gibt fünfzehn Seminarthemen für EWR und sechs für Patentrecht.
Über dreißig Studenten sind anwesend.
Es wird mehrfach nachgefragt, wer denn nun EWR und wer Patentrecht machen wolle.
Nach der ersten Nachfrage wollen vier Studenten Patentrecht machen - auch ich. Nach der zweiten sechs, nach der dritten sieben.

16:15 Uhr
Nachdem auch beim dritten Mal nachzählen klar wird, dass sich zuviele Studenten für zuwenig Themen bewerben, wird gefragt, ob sich denn schon jeder in die seit Wochen ausliegenden Listen eingetragen hat. Die Listen werden ausgegeben. Schweigend und möglichst unauffällig werden Stifte gezückt.

16:30 Uhr
Die Themen werden vorgestellt. Der Professor weist nocheinmal ausdrücklich darauf hin, dass eine Eintragung für ein Thema verbindlich ist. Er versucht mehr oder minder scherzhaft darauf hinzuweisen, dass er es satt habe, wenn Leute sich eintragen und sich dann später wieder austragen lassen. Er meint - sehr scherzhaft - er würde mit anderen Institutsleitern reden und diesen davon abraten, solche Studenten ihre Diplomarbeit bei ihnen schreiben zu lassen. Ein Kommilitone kann es sich nicht verkneifen gekünstelt zu lachen.
Der Professor erkundigt sich, was denn der Grund dafür sei.
Andere Studenten erklären ihm, dass wir momentan sowieso eine "Vorlaufzeit" von zwei Jahren für die Anmeldung für eine Diplomarbeit in einigen Fächern haben. Einer erwähnt, dass es 100 Bewerber für drei Plätze gäbe. Ein Mädchen meint, dass dies so sei, da es anscheinend nicht gewollt sei, dass Studenten bei Unternehmen ihre Diplomarbeit schreiben, da "das Know-How in der Uni" bleiben solle.
Der eben noch lachende Kommilitone erwähnt, dass unter diesen Umständen des Professors - scherzhafte - Drohnung nicht besonders ziehen würde, weil man ja sowieso kaum Chancen auf eine Diplomarbeit hätte … und bereut es anscheinend sofort.

16:35 Uhr
Ein Mädchen fragt, ob man sich für mehrere Themen melden sollte, um die Vergabe flexibler zu machen. Der Professor versteht sie anscheinend falsch und antwortet ihr etwas flapsig irgendetwas.

16:36 Uhr
Der Professor schlägt vor, dass man sich für mehrere Themen melden sollte, um die Vergabe etwas flexibler zu machen. Das Mädchen von eben stöhnt leise.
Sie hatte sich vorher schon für ein Thema eintragen lassen. Jetzt meldet sie sich zusätzlich noch für ein anderes. Der Professor antwortet ihr etwas flapsig, dass sie sich ja vorhin schon für ein anderes Thema eintragen ließ.
Das Mädchen stöhnt wieder leise. Sie fängt an mir leid sehr zu tun.

16:40 Uhr
Die Vergabe wird etwas ungeordnet. Ein Kommilitone schlägt vor, dass man doch einfach die "überschüssigen" Studenten heim schicken solle. Danach würde die Vergabe viel einfacher sein, weil sich so nicht jeder aus Angst keins zu erwischen für drei oder vier Themen meldet. Der Vorschlag wird nicht angenommen. Jedoch wird angeboten, dass diejenigen, die heute kein Thema bekommen, dann in einem Jahr auf jeden Fall einen sicheren Platz haben.
Keiner geht.

16:45 Uhr
Der Professor hat einen neuen Trick: er testet, ob die jeweilige Person auch Ahnung von dem Thema hat, für welches sie sich bewirbt. Mangelndes Improvisationstalent wird hier gnadenlos offengelegt. Einer Kommilitonin wird ein Thema verweigert, weil sie nicht genug Hintergrundwissen hat und das "Herzblut" des Professors daran hängt - obwohl es sonst niemand will.

16:50 Uhr
Dem Professor reichts und er vergibt jetzt willkürlich Themen, da keiner zurücktreten möchte. Frauen haben anscheinend etwas bessere Karten. Eine türkische Kommilitonin bekommt ein Thema welches die Türkei involviert. Ungekannte Konsequenz wird von 2 männlichen Kommilitonen gezeigt, als sie eine "das Thema oder eben nichts" Mentalität an den Tag legen. Beide gehen leer aus.
Der Professor erwähnt, dass der Vorschlag, dass leer ausgegangene Studenten im nächsten Jahr ein Thema bekommen ja nicht verbindlich ist. Sein Assistent weist ihn freundlicherweise darauf hin, dass er vorher doch schon sehr verbindlich war.

16:57 Uhr
Der Professor bricht die Vergabe ab nachdem alle EWR Themen vergeben wurden, da man schon über der Zeit sei und er bereits in einem anderen Seminar sein müsse. Man werde sich Anfang des nächsten Semesters nochmal treffen um die Herangehensweise an die Seminararbeiten zu erläutern.

16:58 Uhr
Ich lasse mich während alle packen und aus dem Raum stürmen bei dem verantwortlichen Mitarbeiter für mein Wunschthema bei Patentrecht eintragen indem ich ihm meinen Namen im Vorbeigehen nenne - vier Themen sind ausserdem noch frei.

17:12 Uhr
Ich komme zu spät zu meiner nächsten Vorlesung.

Sebastian für NY Blog

January 17, 2005

50 Jahre Kampf

posted by Tino at 6:45 pm and filed under Das Jetzt, Uni

Nach 50 Jahren kämpfen und hoffen, bekommt die Techniche Univerität Ilmenau nun endlich ihre Campussporthalle. Mehr zum Kampf für die Sporthalle, die Umsetzung und die Eröffnung am kommenden Freitag gibt es auf www.campussporthalle.de

Tino